Düngung und gesetzliche Grundlagen

Die Düngegesetzgebung wurde umfassend novelliert. Neben der neuen Düngeverordnung (DüV) sind für bestimmte Betriebe zusätzliche Vorgaben zum Inverkehrbringen von Wirtschaftsdüngern oder zur Erstellung einer betrieblichen Stoffstrombilanz relevant.

Nachfolgend sind hierzu die wichtigsten Vorgaben im Verlauf der Düngesaison aufgeführt. Ausführliche Informationen stehen unter den angegebenen Links auf den Internetseiten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung.

Allgemeinverfügung

Allgemeinverfügung zur Genehmigung von Ausnahmen von der bodennahen Ausbringtechnik

Für den Regierungsbezirk Niederbayern hat das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Straubing – Fachzentrum Agrarökologie – eine Allgemeinverfügung zur Genehmigung von Ausnahmen von der bodennahen Ausbringtechnik erlassen. Sie gilt ab 1. Februar 2020.
Nach § 6 Abs. 3 Satz 1 Düngeverordnung (DüV) dürfen flüssige organische und flüssige organisch-mineralische Düngemittel, einschließlich flüssiger Wirtschaftsdünger, mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff im Falle von bestelltem Ackerland ab dem 1. Februar 2020 nur noch streifenförmig auf den Boden aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden. Davon sind Ausnahmen möglich, die mit der Allgemeinverfügung des zuständigen Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Straubing – Fachzentrum Agrarökologie – genehmigt werden:
a. Gemäß § 6 Abs. 3 Satz 3 DüV wird als anderes Verfahren mit vergleichbar geringen Ammoniakemissionen die Ausbringung von Jauche sowie von anderen flüssigen organischen Düngemitteln, einschließlich Wirtschaftsdüngern, mit bis zu zwei Prozent Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) genehmigt.
b. Eine Ausnahme von § 6 Abs. 3 Satz 1 DüV wird aufgrund folgender agrarstruktureller Besonderheiten erteilt:

Kleine Betriebe mit weniger als 15 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF). Zur Ermittlung dieser Grenze können nachfolgend genannte Flächen abgezogen werden:

  • Flächen, auf denen nur Zierpflanzen oder Weihnachtsbaumkulturen angebaut werden, Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und Baumobstflächen, nicht im Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein- und Obstbaus sowie Flächen, die der Erzeugung schnellwüchsiger Forstgehölze zur energetischen Nutzung dienen (entsprechend § 8 Abs. 6 Nr. 1 DüV)
  • Flächen mit ausschließlicher Weidehaltung bei einem jährlichen Stickstoffanfall (Stickstoffausscheidung) an Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft von bis zu 100 Kilogramm Stickstoff je Hektar, wenn keine zusätzliche Stickstoffdüngung erfolgt (entsprechend § 8 Abs. 6 Nr. 2 DüV)
  • Grünlandflächen mit einer Hangneigung von mehr als 20 Prozent auf mehr als 30 Prozent eines Feldstücks
  • Streuobstwiesen
Die Genehmigung der Ausbringung von flüssigen organischen Düngemitteln, einschließlich Wirtschaftsdüngern, mit bis zu zwei Prozent TS-Gehalt nach Buchstabe a) setzt voraus, dass die Einhaltung des TS-Gehaltes der Düngemittel jederzeit nachgewiesen werden kann. Hierfür ist die erforderliche Lagerkapazität für die flüssigen organischen Düngemittel einschließlich des ggf. zugegebenen Wassers über das Programm zur Lagerraumberechnung der Landesanstalt für Landwirtschaft nachzuweisen:

www.lfl.bayern.de/lagerkapazitaet Externer Link

Zusätzlich ist das Düngemittel im Labor zu untersuchen. Das Untersuchungsergebnis darf bei der Ausbringung nicht älter als 2 Jahre sein. Für Jauche ist keine Untersuchung erforderlich.

Allgemeinverfügung Ausbringtechnik pdf 660 KB

Vor der Düngung

Bereits vor der Düngung und zur Planung am Jahresanfang sind zu beachten:

Kalkulation organischer Dünger (Grenze 170 kg N/ha)

Mit organischen und organisch-mineralischen Düngern darf im Durchschnitt der landwirtschaftlich genutzten Flächen eines Betriebs nur so viel Stickstoff (N) ausgebracht werden, dass 170 kg N/ha und Jahr nicht überschritten werden.

Berechnung organischer Dünger (Grenze 170 kg N/ha) - LfL Externer Link

Berechnung des Lagerraumes für Gülle, Jauche und Stallmist

Die im Betrieb anfallenden Wirtschaftsdünger müssen über bestimmte Zeiträume gelagert werden können. Für eine ordnungsgemäße Lagerung sind entsprechend große Kapazitäten nachzuweisen.

Lagerraumberechnung für Wirtschaftsdünger - LfL Externer Link

Aufzeichnungs- und Meldeplicht bei Auf- oder Abgabe von Wirtschaftsdüngern

Beim Abgeben, Befördern und/oder Aufnehmen von mehr als 200 Tonnen organischem Dünger pro Jahr sind die Vorgaben der Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger (WDüngV) zu beachten.

Vorgaben der Verbringungsverordnung - LfL Externer Link

Düngebedarfsermittlung für Stickstoff und Phosphat

Der Düngebedarf der Kulturen an Stickstoff oder Phosphat ist für alle Schläge bzw. Bewirtschaftungseinheiten schriftlich zu ermitteln. Ausgenommen sind lediglich kleine Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen.

Programme zur Düngebedarfsermittlung - LfL Externer Link

Materialproben für Laboruntersuchungen

DüV und Stoffstrombilanzverordnung geben verschiedene Kennzahlen und Basisdaten für die Berechnungen vor. Es können und teilweise müssen (Rote Gebiete) aber auch eigene Untersuchungen von Materialproben durchgeführt werden.

Anleitung zum Ziehen von Materialproben - LfL Externer Link

Bei der Düngung

Bei der Düngung sind die Regelungen zur Ausbringung zu beachten:

  • Eine Ausbringung auf überschwemmtem, wassergesättigtem, schneebedecktem oder gefrorenem Boden ist verboten.
  • Vorgaben zur Gerätetechnik
  • Regelungen zur Einarbeitung von Düngemitteln
  • Abstände zu Oberflächengewässern
  • Sperrfristen

Winter 2019/2020 – Sperrfrist in Niederbayern verschoben

Die Regelsperrfrist für Grünland, Dauergrünland und für mehrjährigen Feldfutterbau bei einer Aussaat bis zum 15. Mai vom 1. November bis 31. Januar kann nach § 6 Abs. 10 Düngeverordnung bei Bedarf regional angepasst werden.

Für diese Saison gelten für Niederbayern folgende Sperrfristen:

  • 01.11.2019 bis 31.01.2020:
    In den Landkreisen Dingolfing-Landau, Landshut, Rottal-Inn und der Stadt Landshut.
    In den Landkreisen Deggendorf, Passau, Kelheim, Straubing-Bogen und den kreisfreien Städten Passau und Straubing jeweils südlich der Donau, einschließlich der Donauinseln.
  • 15.11.2019 – 14.02.2020:
    In den Landkreisen Deggendorf, Passau, Kelheim, Straubing-Bogen und den kreisfreien Städten Passau und Straubing jeweils nördlich der Donau
  • 29.11.2019 – 28.02.2020:
    In den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau
  • In der Stadt Straubing und dem Landkreis Straubing-Bogen bleibt somit die letztjährige Regelung bestehen.
    • Nördlich der Donau wird die Sperrfrist um zwei Wochen auf 15.11.19 - 14.02.20 verschoben.
    • Südlich der Donau bleibt die reguläre Sperrfrist bestehen von 01.11.19 - 31.01.20.

Nach der Düngung

Am Ende des Düngejahres müssen die Nährstoffflüsse bilanziert werden.

Dabei ist zu beachten:

  • Der gesamtbetriebliche Nährstoffvergleich nach Düngeverordnung ist bis 31.03. des darauf folgenden Jahres zu erstellen. Ausgenommen sind lediglich kleine Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen.
  • Bestimmte Betriebe müssen zusätzlich eine Stoffstrombilanz rechnen.

Ausführungsverordnung Düngeverordnung - rote und grüne Gebiete

Die neue Düngeverordnung verpflichtet die Bundesländer, in Gebieten mit einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers (sogenannte "rote Gebiete") per Landesverordnung mindestens drei zusätzliche Auflagen bei der Düngung zu erlassen. Bestimmte Betriebe in wenig belasteten Gebieten (sogenannte "grüne Gebiete") können im Gegenzug Erleichterungen erhalten. Bayern kommt dieser Verpflichtung mit der Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (Ausführungsverordnung Düngeverordnung – AVDüV) nach. Sie trat am 01.12.2018 in Kraft. Aufgrund der unterschiedlichen individuellen Betroffenheit erhalten Landwirte im iBALIS ausführliche betriebsbezogene Informationen.

Ausführungsverordnung DüV – rote Gebiete, grüne Gebiete - LfL Externer Link

Rote Gebiete - jetzt Nmin-Proben planen

Das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF) Landshut weist darauf hin, dass für viele landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Landshut im Jahr 2019 Auflagen zu beachten sind. Wie schon 2018 muss nach der neuen Düngeverordnung zum Zeitpunkt der ersten Düngung im Frühjahr die Düngebedarfsermittlung erfolgt sein.
Dafür ist nach der Gebietskulisse für die Umsetzung der Landesverordnung (AVDüV) gemäß §13 DüV, in den sogenannten "roten Gebieten", pro Ackerkultur eine Untersuchung auf Reststickstoff (Nmin) im Boden durchzuführen und das Ergebnis in der Berechnung zu verwenden!
Diese neue Verpflichtung gilt für etwa zwei Drittel der Ackerflächen in Stadt und Landkreis.
Betroffene Flächen ermitteln
Für Informationen dafür, ob Landwirte mit Flächen betroffen sind, muss im Serviceportal iBALIS in der Feldstückskarte ein neuer Reiter "Nitratgefährdete Gebiete (AVDüV)" hinzugefügt werden. Das weitere Vorgehen wird laut Abbildung Schritt für Schritt beschrieben. Das AELF und die Verbundpartner helfen bei Problemen weiter.

Probenahme

Am 10. Januar 2019 begann die Probenahme für Flächen mit Winterungen für Untersuchungen für das neue Agrolab Labor in Leinefelde.

Anmeldungen dafür sind möglich bei:
Helga Wenninger, für Landshut zuständige Ringwartin
Tel.: 08731 91459
E-Mail: jakob.wenninger@freenet.de

oder bei der:
Landesanstalt für Landwirtschaft Freising (LfL)

DSNonline - Düngeberatungssystem Stickstoff Externer Link

Kontakt

Ansprechpartner

Frank Trauzettel
AELF Landshut
Klötzlmüllerstraße 3
84034 Landshut
Telefon: 0871 603-1200
Fax: 0871 603-1999
E-Mail: poststelle@aelf-la.bayern.de
Johann Wimmer
AELF Landshut
Klötzlmüllerstraße 3
84034 Landshut
Telefon: 0871 603-1211
Fax: 0871 603-1999
E-Mail: poststelle@aelf-la.bayern.de
Mehr zum Thema
Weitergehende und aktuelle Informationen zur Düngung bieten die Internetseiten der LfL.